BAC274
Das Bestandsgebäude aus den 1960er Jahren wird durch eine Aufstockung und gezielte Eingriffe im Sockelbereich nachverdichtet und räumlich neu organisiert. Der bestehende Dachstuhl wird vollständig zurückgebaut und durch zwei zusätzliche Geschosse ersetzt, die als neue Wohneinheiten ausgebildet werden.
Die Aufstockung erfolgt in leichter Holzbauweise und setzt sich klar vom Bestand ab. Die neue Konstruktion nutzt die vorhandene Struktur als Grundlage und ergänzt sie um zusätzlichen Wohnraum, ohne in den Bestand unnötig einzugreifen.
Das Souterrain wird durch einen subtraktiven Eingriff neu organisiert: Teile der bestehenden Kellerdecke werden entfernt, sodass einzelne Bereiche von Keller- und Erdgeschoss räumlich miteinander verbunden werden. Dadurch entstehen zweigeschossige Räume mit direktem Bezug zum Garten. Neue Öffnungen und Zugänge belichten die Räume zusätzlich und ermöglichen eigenständige Wohneinheiten im Sockel.
Ergänzend wird das Gebäude energetisch saniert. Eine zusätzliche Dämmebene verbessert die thermische Qualität der Gebäudehülle, während der Bestand in seiner Grundstruktur erhalten bleibt.
Die Maßnahme versteht sich als präzise Weiterentwicklung des Bestands, die zusätzliche Wohnfläche schafft und das Gebäude langfristig aktiviert.
HUT
Die Gartenlaube entsteht aus den Materialien zweier rückgebauter Anbauten und überführt deren konstruktive Logik in einen neuen Maßstab. Ziel ist es, vorhandene Ressourcen zu sichern und sie als Rückzugsort im Kleingarten weiterzunutzen.
Aus einer urbanen Mine wurden Dachstrukturen mit Spannweiten von bis zu 7,5 Metern sorgfältig demontiert und als Ausgangspunkt für den Entwurf verwendet. Besonders die geschraubten Verbindungen ermöglichten eine nahezu verlustfreie Wiedergewinnung der Bauteile, während andere Materialien durch Witterungseinflüsse selektiv aussortiert werden mussten.
Die Planung basiert direkt auf dem vorhandenen Material: Dimensionen, Längen und Fügungen der geborgenen Holzelemente bestimmen Aufbau und Konstruktion. Mithilfe von Modellstudien wurden Zuschnitte und Kombinationen vorab getestet und präzisiert.
Die Gartenlaube wird so zu einem einfachen, konstruktiv gedachten Raum, der aus dem Bestand heraus entwickelt ist und diesen konsequent weiterführt.
ART
Im Rahmen der Art Cologne verwandelt diese temporäre Intervention den Store in ein sichtbares Materiallager und lenkt die Aufmerksamkeit auf die oft verborgenen Lebenszyklen von Ressourcen.
Die Installation besteht aus wiederverwendeten Stausäcken (Dunnage Bags), die üblicherweise zur Sicherung von Transportgütern eingesetzt werden. Aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst, werden sie als räumliche Elemente inszeniert und bewegen sich zwischen Lager, Ausstellung und Mode.
Durch die Platzierung dieser industriellen Materialien im Retail-Kontext entsteht ein Moment der Irritation: Das Unsichtbare wird sichtbar gemacht. Die Materialien werden nicht nur ausgestellt, sondern als Potenzial begriffen; ihre Oberflächen, Dimensionen und Nutzungsspuren erzählen von Transport, Gebrauch und Zirkulation.
In einem zweiten Schritt werden die gezeigten Elemente dekonstruiert und in Zusammenarbeit mit der Modebrand zu Kleidungsstücken weiterverarbeitet. So wird die temporäre Installation in ein tragbares Produkt überführt.
Das Projekt versteht Ausstellung, Produktion und Verkauf als zusammenhängenden Prozess und etabliert den Store als Ort der Transformation – an dem aus Überschuss neue Ressource wird.
E18
Das Projekt transformiert das ehemalige Gelände der „Colonie Scolaire de St. Ouen“ in ein ganzjährig aktives Centre de Ressourcement, das dem saisonalen Leerstand in Küstenorten wie Jullouville entgegenwirkt. Ziel ist es, durch neue Nutzungen dauerhafte Bewohner anzuziehen und soziale, gesundheitliche und wirtschaftliche Impulse zu setzen.
Im Mittelpunkt steht das Thema Wellbeing – bestehend aus körperlicher, mentaler und sozialer Gesundheit – ergänzt durch Angebote wie Therapie, Gemeinschaftsräume und lokale Infrastruktur. Dabei profitieren sowohl Besucher als auch die Bevölkerung vor Ort.
Ein zentraler Entwurfsansatz ist die konsequente Wiederverwendung bestehender Bausubstanz und Materialien: Bestandsgebäude werden behutsam umgenutzt, rückgebaut und durch reversible Konstruktionen ergänzt. Materialien aus dem Rückbau – wie Beton, Granit oder Fenster – werden vor Ort wieder eingesetzt und in neue architektonische Elemente überführt. So entsteht ein ressourcenschonender Kreislauf, der Vergangenheit sichtbar macht und gleichzeitig neue Räume für Heilung, Gemeinschaft und Öffentlichkeit schafft.
Das Projekt verbindet soziale Nachhaltigkeit mit zirkulärem Bauen und stärkt Jullouville langfristig als lebendigen, ganzjährig genutzten Ort.